Über mich

1970

Schwere Geburt

Mit Hilfe einer Saugglocke oder Rohrzange erblickte ich im Heilig-Geist-Krankenhaus in Köln Longerich das Licht der Welt. Mutter Monika und Vater Horst waren stolz wie Oskar. Die nächsten Stationen im Schnelldurchgang: 1974 Geburt der Schwester, 1976 erster Dänemark-Urlaub, 1977 Einschulung Clarenhof-Grundschule Köln-Weiden, 1979 Jugoslavien-Urlaub im olivgrünen Mercedes 200D. Mir wurde schlecht. Dann irgendwann Wechsel auf das Gymnasium Ostlandstraße in Weiden, dass später nach Georg Büchner benannt wurde. Vom Konfirmations-Geld eine Floppy 1541 zum C64 gekauft. Nie mehr Datasetten! Später dann der Aufstieg auf Amiga. 1986 die überraschende Nachricht, dass ich noch einmal einen Bruder bekomme. Erste Babysitter-Erfahrungen. Aufstieg in die 2. Baseball-Bundesliga. Erste Alkohol-Erfahrungen. Und dann endlich:

1991

Abitur am Georg-Büchner-Gymnasium, Köln

Sonderlich erfolgreich war die Schulzeit nicht, aber am Ende stimmte das Ergebnis. Mit dem Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife wurde ich 1991 ins Leben entlassen. Als Erstes ging es jedoch zum DFB-Pokalfinale nach Berlin, wo sich der FC leider Werder Bremen geschlagen geben musste. Meine Informatik-Kenntnisse bestanden zu diesem Zeitpunkt aus einer vollständig durchgespielten Saison Hardball und ein wenig Schul-Pascal.

1991 – 1992

Wehrdienst in Munster

Und schon begann der Ernst des Lebens. 12 Monate Bundeswehr in der wunderschönen Lüneburger Heide. Kurzzeitig spielte ich mit dem Gedanken, eine Offizierskarriere einzuschlagen, doch der olivgrüne Alltag lies mich schnell wieder zur Vernunft kommen. Aber auch beim Bund kann man etwas lernen. In meinen Fall lernte ich Freunde kennen.

1992 – 1996

Uni Köln, Studium der Volkswirtschaftslehre (ohne Abschluss)

Zurück in Köln musste schon die nächste Entscheidung getroffen werden: Was soll aus dem Jungen bloss mal werden? Offizier sollte es nicht sein, daher blieb nur eins übrig: Gordon Gecko. Also auf an die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Köln. Wallstreet Hosenträger inklusive. Aber dann kam Grunge und Nirvana und VWL war plötzlich so uninteressant. Zum Glück gab es das RRZK und damit den ersten Kontakt mit dem Internet. Mit Gopher, FTP und Telnet erkundeten wir von den Uni-Rechnern aus die spärlichen Informationen, die weltweit darüber erreichbar waren. Das war unglaublich spannend, aber auch ziemlich sinnlos. Aber immer lehrreich.

1994 – 1996

Selbständiger Web-Entwickler

Und dann war da plötzlich Mosaic und das WWW und das Internet wurde noch spannender. HTML bestand aus schätzungsweise 10 Befehlen und die Begriffe Web und Design wurden noch nicht miteinander in Verbindung gebracht. Der Zugang ins Netz funktionierte nun auch über ein Modem von zuhause aus – der Uni Köln sei Dank sogar kostenlos! Das 14.400er war schnell zu langsam, das 28.8er bald ausrangiert und der erste ISDN-Anschluss gelegt. Mit Kanalbündelung war man endlich schnell genug unterwegs, um den ersten Schritt in die Selbständigkeit zu wagen: Webseiten erstellen, zusammen mit Ralf Rings (der Freund von der Bundeswehr, der auf der selben Uni gelandet war). Der einzige nennenswerte Kunde blieb die Fernsehzeitschrift TV Today, die damals so was wie die deutsche Variante des Yahoo Web-Verzeichnisses bauten. Heute würde man klonen sagen. Höhepunkt war ein Treffen und Mittagessen mit dem damaligen TV Today Chef und späteren AOL-, Bertelsmann- und Napster-Zampano Andreas Schmidt. Super, wir hatten es geschafft!

1996 – 1997

Web-Entwickler bei der CCE Systemhaus GmbH, Osnabrück

Natürlich hatten wir es nicht geschafft. Stattdessen musste ich der Wahrheit ins Auge sehen und mir eingestehen, dass die Volkswirtschaftslehre nichts für mich ist und Andreas Schmidt alleine auch nicht glücklich macht. Wie praktisch dass doch da tatsächlich jemand einen Web-Entwickler suchte. Auch wenn der Job damals sicher noch nicht so hieß, versuchte ich mein Glück im fernen Osnabrück, wo meine Künste gefragt waren. Da meine Frau in Köln geblieben war (ach ja, geheiratet wurde auch noch!) und ich Abends viel Zeit hatte, registrierte ich die Domain haie.de und baute die erste Homepage für den gleichnamigen Kölner Eishockeyclub. Osnabrück blieb ein kurzes Gastspiel: Die Schwangerschaft meiner Frau rief mich schon nach einem Jahr wieder zurück nach Köln. Dank Heiner wusste ich jetzt jedoch alles über Linux und die anderen UNIXe, sowie was eine Telekom Standleitung kostete (viel).

1997 – 2001

Entwickler, Projektleitung und Gesellschafter bei der NET communications GmbH, Köln

Was also anfangen mit seinem abgebrochenen Studium, einem kleinen Sohn und stetig wachsendem Internet-Wissen? Beteiligen wir uns an einer aufstrebenden Web-Agentur! Agenturen waren ja das heiße Ding der 90er. Was Pixelpark konnte, konnten wir schon lange. Als erste Tätigkeit musste ich aber erst einmal das LAN der Firmenzentrale ans Internet hängen. Über eine Windows-Software. Dial-Up. Pixelpark hatte wahrscheinlich die Telekom-Standleitung. NET communications hatte ein paar gute Jahre, in der wir Projekte für Reynolds Tobacco, der Kirch Gruppe, Sport1 und dem Internationalen Eishockey-Verband realisierten. Die Webseiten waren mittlerweile genau so dynamisch wie wir uns fühlten und mit PHP und Mysql standen schon die Werkzeuge parat, denen man auch heute noch überall begegnet. Designer waren mittlerweile mit an Bord, und ich kümmerte mich neben der Entwicklung immer mehr um das Projektmanagement.

2001 – 2004

Teamleitung Anwendungsentwicklung bei der NET communications AG, Köln

Die Dot-Com Bubble wurde größer und größer und jeder hatte das Gefühl, dass wir alle ganz schrecklich reich werden würden. Daher musste eine AG her, in die die NET com prompt umgewandelt wurde. Jetzt konnte man es den Großen aus dem Valley nachmachen und externes Kapital beteiligen oder die Mitarbeiter mit Aktienoptionen zu Höchstleistungen animieren. Mittlerweile war meine Tochter geboren und reich sein schien vor diesem Hintergrund gar keine so schlechte Idee zu sein. Also gründete ich mit Ralf, Peter und Sven nebenher Motena, das erste Internet-Autohaus, dass dann als Projekt bei NET com weitergeführt wurde. Mit Craig und Chris arbeiteten zwei Neuseeländer bei uns, dir mir beibrachten, richtig Englisch zu sprechen. Dafür noch mal Danke an euch zwei! Craig war es auch, der mir das erste mal von „extremen“ Programmierern und Toyota erzählte. Ich verstand nur Bahnhof und vergab damit eine große Chance. Trotzdem bauten wir mit Dr. Peter Weber die erste Online-Apotheke und versorgten Sport1 mit allerhand Online-Games. Die Websites der Handball EM, der Eishockey WM, die QSC AG – alles von uns. Ich leitete das Entwickler-Team, war ständig bei den Kunden. Dann kam 9/11. Wir saßen alle zusammen bei Mike im Büro vor dem Fernseher und wussten nicht mehr, was wir denken sollten. Danach platzte die Blase. NET com konnte sich noch eine Weile halten, doch 2004 ging uns die Luft aus. Zeit, sich nach etwas Anderem umzusehen!

2004 – 2006

Geschäftsführer vierzwovier GbR, Köln

Keine schöne Situation, aber 2004 entschieden wir – Mike, Craig, Chris und ich – uns dazu, NET com zu verlassen und es auf eigenen Beinen zu versuchen. Businessplan schreiben, Fördermittel beantragen: Es gab wieder viel Neues zu lernen. Ein kleines Büro in der Kölner Südstadt, gleich gegenüber der Fachhochschule, wurde die Zentrale von vierzwovier. Als Kunden folgten uns das Autohaus Motena, das neugegründete pkw.de, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ein Online-Autohaus, der Sportartikel-Shop Sportlädchen und die Kölner Haie. Das erste Jahr lief gut an, doch dann stellte erst Motena den Geschäftsbetrieb ein und danach pkw.de. Uns wurde schmerzhaft klar, wie sehr wir uns als reiner Dienstleister von unseren Kunden abhängig gemacht hatten. Wir hatten versäumt zu wachsen, und so wurde es wieder Zeit für eine Veränderung.

2007 – 2008

Technische Projektleitung, Mediaventures, Köln

Aus dem Autohaus pkw.de sollte nun unter dem Dach der NU2M eine Autobörse werden, und ich als technischer Projektleiter einsteigen. Das Web war nun in der Version 2.0 und bei NU2M, der späteren Mediaventures, arbeiteten Leute, die daran glaubten und das auch lebten. Nico Lumma war da, Dirk Olbertz oder Dominik Schwind. pkw.de wurde mein erstes Rails-Projekt und mehr und mehr wurde mir, auch dank der freundlichen Unterstützung von Andi und Dirk, die Notwendigkeit von Vorgehensmodellen für die Software-Entwicklung deutlich. Agile Methoden wie XP und Grundlagen des Lean Managements wie das Toyota Production System stürzten auf mich ein – und ich stürzte mich hinein, um zu lernen.

2008 – 2012

Leiter Technik & Entwicklung, Caroo/pkw.de, Köln

Dirk Ziegener PortraitAls ich wieder auftauchte, war pkw.de groß genug um auf eigenen Beinen zu stehen. Wir wurden die Caroo GmbH. Ich war mit agilen Werten infiziert. Nach einigen Experimenten mit eXtreme Programming implementierten wir Ende 2008 erfolgreich Scrum für pkw.de und seit dem bin ich nicht nur Leiter der Technik und Entwicklung, sondern auch Scrum Master. Trotz wechselnder Besetzung war das Team lange Zeit sehr erfolgreich: Auch dank Scrum, aber vor allem dank des tollen Teams. Noch mal Danke dafür, Jungs! Technisch machten wir Quantensprünge. SOA, CouchDB, AWS, backbone.js – you name it. Wir nahmen alles mit und probierten vieles aus. Nicht immer, aber meistens mit Erfolg. Wir verkürzten unsere Durchlaufzeiten mit Kanban und begannen nicht nur kontinuierlich zu integrieren, sondern auch kontinuierlich zu deployen. Zehn Releases am Tag: Kein Problem. Um meinen Wissensbedarf zu decken, schrieb ich mich im Sommer 2009 für ein berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftsinformatik bei der FOM ein. Der Abschluss ist für den Sommer 2012 Frühling 2013 geplant und meine Abschlussarbeit werde ich über Lean Startups und moderne Formen der Unternehmenskultur Vertragsmodelle in agilen Softwareentwicklungsprojekten schreiben. Die FOM war so begeistert von der Arbeit, dass sie sie mit einer glatten 1,0 bewertetet. Die Red.

2012 – 2014

Senior IT Project Manager / Process Master ETECTURE, Frankfurt

Im April 2012 war bei pkw.de dann die Luft raus und die Inhouse-Entwicklung wurde eingestellt. Es wurde Zeit, sich nach etwas Neuen umzuschauen. Wohin wollte ich mich entwickeln? Agil sollte die Firma unterwegs sein, und mit möglichst großen Kunden zu tun haben. Die ETECTURE GmbH entsprach ziemlich genau diesem Profil, und wie es der Zufall so wollte, war man dort gerade auf der Suche nach einem Scrum Master. Die Zufälle wollten gar nicht mehr enden, und so suchte man außerdem kurzfristig noch einen Teamlead, den man dort Process Master nannte. Wenn das mal nicht passte. Und so begann die Zeit des täglichen Pendelns zwischen Köln und Frankfurt um aufregende Projekte im Spannungsfeld zwischen Agiler Softwareentwicklung und Konzerndenken mitzugestalten.

2014 – 2018

Operations Director ETECTURE, Düsseldorf

Tagein, tagaus zwischen nach Frankfurt pendeln kann stressen. Daher musste ich nicht zwei mal nachdenken, als sich die Chance ergab, das ETECTURE Büro in Düsseldorf zu leiten. Also ab in die verbotene Stadt, mitten rein ins Ogilvy Office am Medienhafen. Aus dem zarten Keimling mit zwei Entwicklern wurde über die Zeit ein stolzes Team von fast 15 Frau und Mann.

Unsere technische Plattform wurde Drupal und die Projekte wurden größer und internationaler. So reisten wir von DrupalCon Barcelona nach Vevey zu Nestlé, von den Dev Days in Wien zu Kunden in Malmö, von Agenturen in Paris zu Technologiepartnern in London und zur nächsten Konferenz in Dublin. Eine aufregende Zeit, in der ich viel lernen konnte. Tolle Kollegen, und neue Freunde zum Beispiel. Vor allem aber ganz viel über mich selbst.

2018 – Heute

Head of Development & IT, Studitemps, Köln

Manche Chancen flattern einem ganz unverhofft auf den (virtuellen) Schreibtisch. Diese hier kam via Xing und der Absender war ein ehemaligen Mitstreiter von pkw.de. Und so ergab es sich, dass ich Studitemps kennen und lieben lernte. Seit Februar 2018 bin ich nun also wieder in Köln, ganz zentral, mittendrin am Media Park und zurück in der Produktentwicklung. Drei ½ starke Entwicklungsteams – Tendenz wachsend – bauen hier die fortschrittlichste Zeitarbeits-Software überhaupt, für die beste Zielgruppe überhaupt – Studenten in ganz Deutschland. Mit Microservices und Eventbasierter Kommunikation, innovativen Apps und intelligenten Matching-Algorithmen. Interesse? Dann schaut doch mal bei uns rein: tech.studitemps.de | studitemps.de